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Farne entwickeln sowohl grüne assimilierende Blätter, sog.
Trophophylle, die für die Ernährung der Pflanze verantwortlich
sind, und solche, die der Vermehrung und Verbreitung dienen, die
Sporophylle. An diesen werden in Sporenbehältern, den
Sporangien, die Sporen ausgebildet. Die Sporenbehälter befinden
sich in der Regel auf den Blattunterseiten, seltener am Rande.
Während "echte" Sporophylle ausschließlich der
Sporenentwicklung und -verbreitung dienen (z.B. die Sporenwedel
des Straußfarns, Matteuccia struthiopteris), besitzen
viele sporangientragende Wedel gleichzeitig assimilierende
Blattflächen (z.B. die der Schildfarne, Polystichum).
Diese Blätter werden gelegentlich als Trophosporophylle
bezeichnet.
Häufig sind nicht alle Fiedern eines Wedels fertil. Beim
Wurmfarn (Dryopteris filix-mas), z.B. werden an den
unteren Blattfiedern keine Sporangien ausgebildet. Bei einigen
anderen Farnarten sind nur die Fiedern bestimmter Abschnitte zu
Sporangienträgern umgewandelt. Interessante Beispiele für
verschiedene Sporenwedeltypen findet man bei den Königsfarnen (Osmunda).
![[Koenigsfarn]](../icons/sporen2.gif) |
![[Teufelsfarn]](../icons/sporen1.gif) |
| Bei unserem heimischen
Königsfarn (Osmunda regalis) befinden sich die
sporangientragenden Fiedern an der Spitze des Wedels (s.
Abbildung links). |
Beim Teufelsfarn (Osmunda
claytoniana) liegen die fertilen Fiedern in der Mitte
(s. Abbildung rechts). |
Der Zimtfarn (Osmunda
cinnamomea) bildet echte Sporophylle aus (s. Abbildung
rechts). Die meisten Farnarten besitzen Trophosporophylle, die in
der Gestalt den sterilen Blättern ähnlich sind. Wenn sich, wie
beim Zimtfarn, die sporangien-tragenden Blätter (als echte
Sporophylle) aber sehr stark von den sterilen unterscheiden,
spricht man von Verschiedenblättrigkeit oder Heterophyllie.
Weitere bekannte Beispiele sind der unten genannte Trichter- oder
Straußfarn (Matteucia struthiopteris), der Perlfarn (Onoclea
sensibilis) und der Rippenfarn (Blechnum spicant). An
den Farnblättern sind die Sporenbehälter in der Regel zu
Gruppen, den Sori, vereinigt. Während der Entwicklung werden die
Sori zumeist durch ein Schleierchen, das Indusium, geschützt.
Das Schleierchen kann fehlen (Buchenfarn, Thelypteris
phegopteris) oder z.B. schildförmig (Dorniger Schildfarn, Polystichum
aculeatum), nierenförmig (Schuppiger Wurmfarn, Dryopteris
affinis), krugförmig und zerfranst (Alpenwimpernfarn, Woodsia
alpina) oder streifenförmig (Nestfarn, Asplenium nidus)
sein. Bisweilen ist der umgeklappte Rand der Fiedern als
Pseudoindusium ausgebildet (Pfauenradfarn, Adiantum pedatum).
Form und Lage von Sporangien und Sori sind für die Bestimmung
der Farne wichtige Merkmale.
Die einzelnen Sporenbehälter sind kleine, meist gestielte,
kugelförmige Kapseln. Sie besitzen bei den meisten Farnarten
eine bogenartige Leiste von Zellen (Anulus) mit verdickten
Zwischen- und Innen-, aber unverdickten Außenwänden.
Die Anuluszellen
sind abgestorben, aber mit Wasser gefüllt. Während der
Sporenreifung kommt es durch Verdunsten des Wassers zu
Spannungen. Bald reißt dann die Sporen kapsel an einer
vorbestimmten Stelle auf und stülpt sich nach außen um. Wenn
die Spannung in einer der Anuluszellen einen kritischen Wert
überschreitet, dringt Luft in sie ein und sie dehnt sich zur
ursprünglichen Größe aus. Dieser Vorgang bewirkt einen
Dominoeffekt bei den übrigen Anulus-Zellen. In einer Abfolge
kleiner Schnellbewegungen, die man als "rütteln"
bezeichnet, springt die Kapsel in ihre Ausgangslage zurück.
Dabei werden die Sporen herausgeschleudert und vom Luftzug
davongetragen.
[Text: Dr. Brigitte Zimmer, Abbildungen: nach Illustrationen
von P. W. Nelson, in W. C. Taylor, Arkansas ferns and fern
allies, 1984]
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