Kinder im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin-Dahlem auf
Entdeckungstour
Einige Pflanzen und Bereich im Botanischen Garten und Botanischen Museum
Berlin-Dahlem sind für Kinder ganz besonders spannend und daher für einen
individuellen Familienbesuch geeignet. Am meisten werden Ihre Kinder über die
faszinierende Pflanzenwelt jedoch bei einer
Führung entdecken
und anschaulich lernen können.
In den Gewächshäusern ist zu jeder Jahreszeit etwas zu erleben, z.B.:
- Wie schnell ist die "schreckhafte" Mimose (Mimosa pudica im Haus B)?
Das Zusammenklappen der Fiederblättchen durch Berührung oder Erschütterung ist
eine der schnellsten Bewegungen einer höheren Pflanze und kann gut beobachtet
werden. Die Mimose ist durch ihren vorübergehenden, "verwelkten" Anblick vor
fressenden Weidetieren geschützt.
- Im Haus C sind Tropische Nutzpflanzen zu entdecken. Es lohnt sich immer
der Blick nach oben, um zu sehen, ob eine der Bananenstauden gerade Früchte
trägt (Gattung Musa). Warum sind die Bananen eigentlich krumm? Sie wachsen der Sonne
entgegen, um möglichst viel Licht zum Wachstum zu erhalten. Der Kaugummibaum
verrät, wie Kaugummi aus ihm hergestellt werden kann (Manilkara zapota). Der Kakaobaum ist in aller
Munde, mit etwas Glück ist eine Frucht am Stamm zu entdecken (Theobroma cacao).
In diesem Gewächshaus laufen kleine Wachteln am Boden, kleine Zebrafinken und
Webervögel fliegen herum. Sie fressen Schädlinge von den Pflanzen und
unterstützen so die Gesundheit der Pflanzen ohne chemischen Gifteinsatz.
- Im Haus E können Bäume entdeckt werden, die in der Natur mit Ameisen in
einer Symbiose leben. Z.B. die Stierhorn-Akazie mit ihren
kräftigen Dornen.
- Die Verwandten der Ananas bilden aus ihren Blättern einen Trichter, in dem
Regenwasser gesammelt wird. Hoch oben in den Bäumen des mittel- und
südamerikanischen Regenwaldes leben die Bromelien (Haus G) und leben von
diesem Wasser. Die größten Arten können bis zu 18 l Wasser sammeln und bieten
damit für Frösche, Wasserspinnen, Algen usw. einen einmaligen Lebensraum,
einen "Teich" hoch oben in den Baumkronen.
- Die großen imposanten Kakteen (Haus I) schützen sich mit ihren Dornen vor
fressenden Tieren. Die Dornen sind tatsächlich umgewandelte Blätter.
- Was "fressen" die Fleischfressenden Pflanzen (Haus L)? Ganz
unterschiedlich gestaltete Blätter mit Klebetropfen, Klappfallen, Rutschen,
Trichtern, falschen Fenstern usw. können entdeckt werden. Wie Fliegen auf den
Leim gehen, ist hier zu sehen.
- Im Australienhaus (Haus M) duftet es sehr angenehm nach Eukalyptus und
anderen Myrtengewächsen.
Im Freiland ist besonders im Frühjahr bis Herbst sehr viel zu entdecken,
z.B.:
- Im Arboretum: Im Frühling
begeistern nicht nur die herrlichen Blüten der Rosenartigen Bäume
um den Rosenpavillon (Malus, Pyrus, Prunus). Beeindruckende Bäume sind
immer der
große Mammutbaum und die mit ihren ausladenden Ästen eine lebende Höhle
formende Hänge-Buche. Im Herbst sind die bunten Früchte und Blätter der
Bäume einladend - hier lässt sich
gefahrlos im Laub rascheln, denn darunter verbirgt sich kein Hundehaufen. Und
die herabgefallenen Blätter des
Kuchenbaumes
verströmen im Herbst leckeren Kuchenduft (Cercidiphyllum japonicum).
Warum die Blätter im Herbst so bunt werden gibt es
hier zu
erfahren.
- Die Nordamerikanischen Sümpfe sind besonders im Frühjahr spektakulär, wenn
der
Amerikanische Riesen-Aronstab (Lysichiton americanus) aus der Erde kommt
und wie große gelbe Maiskolben schon von weitem leuchtet. Wer eine gute Nase
hat, wird der Gestank der Blüten nicht entgehen. Damit werden Fliegen
erfolgreich zur Bestäubung der Blüten angelockt.
- Die
Gebirgsanlagen mit ihren verwinkelten kleinen Wegen trainieren die
Trittsicherheit, kleine Bäche rauschen herunter und Hummeln und Bienen können
hervorragend beim Blütenbesuch beobachtet werden.
- Im Duft- und Tastgarten ist anfassen erwünscht: Blätter mit
einer rauen Oberfläche wie eine Kuhzunge (Wandelröschen, Lantana camara
Sorten) oder ganz
weicher Behaarung wie ein Hasenohr (...) sind hier zu fühlen. Für die Nase gibt
es Blüten, die nach Schokolade duften
(Cosmos atrosanguineus), nach Gummibärchen (Cephalophora aromatica),
nach Ananas (Ananassalbei, Salvia rutilans) oder Zitrone (Pelargonium-Sorten).
Noch besser funktioniert hier die Nase und die Hand bei verbundenen Augen.
- Im
Sumpf- und Wassergarten lassen sich im Teich Molche entdecken, in den
Wasserbecken einer Libelle beim Schlüpfen zusehen und die Frösche quacken im
Konzert und springen schnell ins Wasser. Im Amerikasee steht oft der
Graureiher im Uferbereich.
Aber auch im Winter ist das Freiland lohnend, z.B.:
- Kaum lassen sich so einfach viele heimische Vogelarten beobachten wie im
Botanischen Garten, der Eichelhäher, die Schwanzmeise, der Gartenrotschwanz,
der Zeisig, der Kleiber, .... Mit einem Bestimmungsbuch macht es besonders
viel Spaß.
- Einige Pflanzen blühen schon mitten im Winter und es ist erstaunlich, sie
zu sehen: z.B. die Zaubernüsse (Hamamelis virginiana, H. mollis),
der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum), der Winter-Schneeball (Viburnum
x bodnatense).
- Und wenn es geschneit hat: Spurenlesen im Schnee. Nicht nur der Fuchs ist
im Botanischen Garten unterwegs.
Im Botanischen Museum ist das ganze Jahr über viel zu entdecken, z.B.:
- Gleich im Eingang ist die beeindruckend große Scheibe eines Mammutbaumes.
Sie ist so schwer, dass kein Mensch sie bewegen kann. Wer die Jahresringe
zählt, weiß, dass der Baum 750 (?) Jahre alt war, als er zersägt wurde.
- In der Nutzpflanzenabteilung ist ein Tisch, der mit allen Getränken und
Leckereien gedeckt ist, die wir zum Frühstück mögen. Dort ist mit Hilfe eines
interaktiven Mediums, einer Weltkarte und Vitrinen erfahrbar, woher
eigentlich die Lebensmittel kommen, die täglich auf unserem Frühstückstisch
landen.
- In einem interaktiven Spiel können die Blätter der Berliner Straßenbäume
erraten und zugeordnet werden.
- Wie schwer ist wohl der schwerste
Kürbis der Welt? Aus welchem Land kommt eigentlich die Gurke? In der aktuellen
Sonderausstellung
Süßes oder Saures lassen sich Kürbis, Melone, Gurke und Verwandte
entdecken. Für den Besuch sollten Sie für Ihre Kinder dieses
Quiz ausdrucken
und mitnehmen.
Sie haben mit ihren Kindern noch ganz andere Höhepunkte im Botanischen Garten
und Botanischen Museum Berlin-Dahlem erlebt? Teilen Sie uns das gerne mit:
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