Der Spitz-Ahorn ist ein Baum des Tieflandes. Er besiedelt die meisten Teile
Mitteleuropas, von den nordspanischen Gebirgen bis nach Süd-Skandinavien;
meidet den atlantischen Westen; stößt nach Osten bis zum Ural,
Kaukasus und Armenien vor; seine südliche Verbreitung geht durch
Nord-Griechenland, Bulgarien, an der Nordküste des Schwarzen Meeres
entlang.
Die Lebenskraft des Spitz-Ahornes, selbst unter den harten
Bedingungen einer Großstadt, ist enorm. Er breitet sich spontan auf allen
Standorten aus, die Bäume tragen können.
In Berlin dürfte er zur häufigsten Baumart geworden sein. Mannigfache
Formen wurden in Gartenkultur ausgelesen, von denen heute besonders die als Straßenbaum
geeigneten höchste Bedeutung haben.
Das Durchwurzelungsvermögen
des Spitz-Ahorns ist bemerkenswert, wie Filz durchziehen feinste Wurzeln seinen
Standraum. Glatt und glänzend sind die Blätter, pergamentartig, schädlingsfest;
sie enthalten Milchsaft, eines seiner Erkennungszeichen.
Ein anderes
kennen vor allem die Kinder: An einem gemeinsamen Stiel sitzen zwei Früchte
mit einseitigem Flügel. Die den Samen enthaltenden Nüßchen sind
flach und innen etwas klebrig. Aufgespalten werden sie auf die Nase gesetzt, und
fertig ist der Kinderspaß ! Versuchen Sie es selbst einmal.
Der
Spitz-Ahorn könnte ja Ihr Namensbaum sein, so wie für jene, die Löns,
Linné, Lenné, Lienhardt, Klebs, Klebsch, Klons, Klews heißen.
[Text:
R. Marquardt, Zeichnung: M. Rodewald]
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Der Berg-Ahorn - Acer pseudoplatanus
L.
Der Berg-Ahorn ist ein Baum des Alpenlandes. Er erträgt tiefe
Wintertemperaturen und liebt im Sommer feuchte Kühle. Seine Ansprüche
an den Wasser- und Humusgehalt des Bodens sind groß; stehende Nässe
meidet er.
Die schönste Entwicklung erreicht der Bergahorn im
Gebiet der nordalpinen Weidewirtschaft, von Savoyen bis zum Wiener Becken. Er
geht mit den montanen Nadelwäldern bis an die Obergrenze der Waldstufe. Auf
Almböden findet er sich als Zeuge früherer Bewaldung, geschont, um dem
Vieh Schutz zu bieten. Dort erreicht er ein Alter bis zu 600 Jahren.
Das
natürliche Verbreitungsgebiet des Berg-Ahorns geht durch die Gebirge
Europas, von Wales bis zur Weichsel; von Nord-Spanien, Sizilien, Italien, die
Balkan- und Karpatenländer bis zum Schwarzen Meer; weiter durchs nördliche
Kleinasien bis Armenien. Angepflanzt gedeiht der Berg-Ahorn noch weit außerhalb
seines natürlichen Areals. In Nordamerika und Chile wurde er von Siedlern
eingeführt und ist dort eingebürgert.
Als Straßenbaum
tritt der Berg-Ahorn heute zurück; dort ist ihm die Platane überlegen.
Blattform und Borkenbildung ähneln der Platane. Dies fand im
wissenschaftlichen Namen A. pseudoplatanus seinen Ausdruck. Das
unverwechselbare Merkmal des Berg-Ahorns sind die Endknospen der jungen Zweige:
Grüngelbe Knospenschuppen sind mit braunschwarz gesäumten Rändern
versehen.
Seine Volksnamen sind vielfältig. Aus Wortstämmen
wie urle, érabel, ascher, orn, javor leiten sich viele Orts- und
Personennamen ab: Ornau, Nassereit, Schierke, Schiers, Jauer, Javorina.
[Text:
R. Marquardt]
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Der Feld-Ahorn - Acer campestre L.
Der Feldahorn ist kein typischer Waldbaum. In lichten Laubwäldern tritt
er mit anderen Arten gemischt auf. Er liebt hohe Sommerwärme, erträgt
Trockenheit und Viehverbiß. Dies hat ihm einen Platz in den Feldhecken
gesichert.
Die Verbreitung des Feld-Ahorns ist im wesentlichen eine
europäische, doch im Südosten weit bis Mittelasien ausgreifend. Er
erreicht noch Nord-Afrika, meidet den Norden Europas, geht über die Balkanländer,
Kleinasien, den Nord-Iran bis Turkmenien.
Im besiedelten Bereich wird
der Feld-Ahorn häufig als geschnittene Hecke angepflanzt. Er ist auch ein
vielseitiges Landschaftsgehölz.
Nur wenige Gartenformen hat der
Feld-Ahorn hervorgebracht. Eine Rolle spielen heute nur noch die Auslesen, die
sich als Straßenbäume eignen, z.B. die Sorte ´Elsrijk´.
Das Holz des Feld-Ahorns ist fest, zäh und dauerhaft. Seine
einstige Bedeutung als Werkholz ist dahin. Niemand braucht mehr Spazierstöcke,
Pfeifenköpfe, Peitschen.
Die sich abzeichnende Waldzerstörung
wird ihm neue Lebensräume öffnen. Wir werden ihn neu schätzen
lernen. Im Südosten seines Verbreitungsgebietes gesellen sich ihm einige
nah verwandte Arten bei. Diese sind Zeugen einer vor der Eiszeit weit reicheren
Tertiärflora. Wir sollten sie in Kultur nehmen, damit ihr Erbgut nicht
verloren geht.
Ortsnamen werden noch lange an seine frühere
Bedeutung für die Menschen erinnern: Messel, Effeltrich, Affolterbach, Isérable. [Text:
R. Marquardt]
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