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Blume des Jahres 1995 / Flower of the Year 1995

Die Trollblume – Trollius europaeus

Haben Sie schon einmal eine Butterkugel gegessen? Nein? Das sollten Sie auch nicht tun. Denn was das liebe Vieh meidet, essen wir besser auch nicht. Auch auf Eierblom und Pfingstrolle verzichten wir. Das ist natürlich alles dasselbe, meint die Trollblume und ist giftig. Doch dieser Schutz vor Viehfraß und Salatschüssel konnte die Trollblume nicht davor bewahren, an den Rand des Aussterbens zu geraten. Deshalb hat die Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen sie zur Blume des Jahres 1995 gewählt.

Das ausdauernde Hahnenfußgewächs glänzt mit einer strahlendgelben kugeligen Blüte auf einem 10 - 50 cm hohen geraden Stengel. Das tut es von den Pyrenäen über den Appennin bis nach Nordskandinavien. Der wissenschaftliche Name Trollius europaeus weist darauf hin. Auf feuchte, auch quellnasse Standorte ist die Trollblume angewiesen. Humusreiche Wiesen, Wiesenmoore und feuchte Bergwiesen sind ihre Lieblingsplätze. Überdüngung und Entwässerung, das Walzen der Wiesen, im Bergland auch Pistenschäden, machen ihr das Leben dort schwer, wenn nicht gar unmöglich.

Aus Nordwestdeutschland ist die Trollblume heute völlig verschwunden. Bundesweit ist sie in ihrem Bestand gefährdet, besonders in Brandenburg ist sie vom Aussterben bedroht. Daher lautet die Aufforderung der Naturschutzstiftung, die für eine vielfältige Pflanzenpopulation wichtigen Feuchtwiesen zu erhalten und zu schützen. Schon die Wahl des Breitblättrigen Knabenkrauts zur Pflanze des Jahres 1994 diente diesem Anliegen.
[Text: Weiss, Zeichnung: M. Rodewald nach Reichenbach (1838]

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