Botanischer Garten und Botanisches Museum, Berlin-Dahlem Botanischer Garten und Botanisches Museum, Berlin-Dahlem

Pilz des Jahres 1999 /Mushroom of the Year 1999

Satans-Röhrling - Boletus satanas
[Foto: Satans-Röhrling] Schon der Name "Satans-Röhrling" ängstigt so manchen Pilzsammler. Doch sein Verzehr erzeugt allenfalls massive Verdauungs- störungen. Er ist also nicht tödlich giftig. Der kompakte Pilz wächst nur auf kalkhaltigen Böden unter Rotbuchen oder Eichen. Seine Liebe für Wärme verbannt ihn eher in süddeutsche Gefilde und selbst dort wird er immer seltener. Dies ist ein Grund, ihn als "stark gefährdet" einzustufen. Viele Sammler, die glaubten, den Giftpilz gefunden zu haben, hatten wohl eher einen Hexenröhrling im Korb. Der an Schnittstellen intensiv tintenblau anlaufende Verwandte ist ungiftig. Der Satans-Röhrling ist an seinen weißlichen Hutfarben, den unter dem Hut befindlichen roten Röhren und dem dicklichen, mit einer Netzzeichnung überzogenen, rötlich- gelben Stiel zu erkennen. Im Anschnitt verfärbt sich das weißliche Fleisch nur etwas blau und im Alter entströmt ihm ein verhaltener Aasgeruch. Wer den seltenen Pilz wirklich einmal findet, hat großes Glück. Man sollte ihn betrachten - und stehenlassen. [Text: Ewald Gerhard]

Weitere Pflanzen des Jahres / Others Plants of the Year

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