Die Hainbuche ist zwar ein Baum, der im Hain wächst, aber sie ist keine
Buche. Sie gehört zu den Birkengewächsen. Ihre Blätter haben eine
leichte Ähnlichkeit mit denen der Buche. Sie sind jedoch im Gegensatz zu
den glattrandigen Buchenblättern doppelt gesägt. Während die
Buchenrinde glatt und rötlichgrau schimmernd ist, zeigt sich die Rinde der
Hainbuche weiß- bis silbergrau (Weißbuche) und rautenartig
aufgerissen.
Die Hainbuche ist einhäusig. Im Mai erscheinen auf
einem Baum zusammen die blaßgrünen bis rötlichen männlichen
Kätzchen und die weiblichen grünen mit roten Narben. Der Wind besorgt
die Bestäubung. Die Früchte sind kleine gerippte Nüßchen,
gleich mit drei Samenflügeln ausgestattet, die zu 8 Paaren an den Zweigen hängen.
Wiederum ist es der Wind, der die geflügelten Samen oft kilometerweit trägt.
Das auffälligste Merkmal der Hainbuche ist ihre enorme
Ausschlagfähigkeit. Besonders in der Barockzeit schufen die Gartenplaner
aus diesem Gehölz nicht nur Lauben und Gänge sondern auch kühne
Grünarchitektur. Für den Waldbauern ist sie eine dienende"
Baumart. Sie hilft die Schäfte von Eichen und Eschen zu beschatten oder vor
Wildverbiß zu schützen. Ihr Laub ist leicht zersetzlich und bildet
guten Humus. Auch in heutiger Zeit schätzt man sie als Hecke, da sie Vögeln
ideale Brutplätze bietet.
Der 20-25 m hohe Baum, vom Atlantik
bis zum Kaukasus vorkommend, bildet nie einen reinen Bestand, sondern ist in
Mischwäldern gegenüber anderen Baumarten duldsam. Er liebt frische,
feuchte, nährstoffreiche und tiefgründige Böden.
Ein hanebüchener"
Geselle ist so hart und klotzig wie das Hainbuchenholz. Es ist das schwerste und
härteste einheimische Holz und wurde von Drechslern, Tischlern und
Werkzeugmachern begehrt. Viele Verwendungsmöglichkeiten wie Dreschflegel,
Windmühlenflügel oder Butterfässer sind überholt, aber für
Webschützen und Hülsen der Textilindustrie oder für den
Klavierbau ist es auch heute noch unentbehrlich.
[Text: B. Mory]