Ihren Namen "Silberdistel" verdankt sie den silberweißen inneren Hüllblättern des Blütenkorbes. Der andere deutsche Name "Eberwurz" deutet darauf hin, daß die Eber die Wurzeln verspeisen.. "Carlina", der wissenschaftliche Gattungsname, soll sich von Karl dem Großen, der diese Pflanze in seinem Heer als Mittel gegen die Pest verwendet hat, ableiten.
Die schöne, durch große, meist sitzende Köpfe und silbrige Hüllblätter auffallende Pflanze gehört zu den Korbblütlern. Ihre dornigen, zu einer auf dem Boden liegenden Rosette vereinten gefiederten Blätter und die tiefreichende Pfahlwurzel sind Anpassungen an trockene Standorte. Von der Ebene bis zur Höhe von 2800 m, vorzugsweise in Kalkgebieten, kommt sie auf sommerwarmen Magerwiesen, auf steinigen Hängen, auf Viehweiden und in lichten, trockenen Laub- und Nadelwäldern vor.
Von Juli bis September erscheinen die 5-13 cm breiten Blütenkörbchen. Die äußeren Hüllblätter sind zerschlitzt und dornig, das bietet einen Schutz gegen Tierfraß. Die zahlreichen inneren Hüllblätter sind zur Blütezeit schon abgestorben und daher strohig und silbrigglänzend. Bei trockenem Wetter sind sie strahlig ausgebreitet und täuschen randliche Zungenblüten vor. Bei höherer Luftfeuchtigkeit biegen sich die Hüllblätter aufgrund hygroskopischer Quellungsvorgänge nach oben und schließen so die Blütenköpfe unserer "Wetterdistel". Bestäubt werden die Blüten von langrüssligen Verwandten der Bienen.
Die ovalen Früchte haben einen borstigen Haarkranz. Vorbeistreifende Tiere verhakeln sich an den dornigen Hüllblättern und sorgen durch Ausschütteln der Früchte für deren Verbreitung. Sie werden auch ganz gern von Körnerfressern verspeist (Distelfink).
Die Wurzeln sind durch ätherisches Öl aromatisch, scharf und bitter schmeckend, u.a. haben sie über 20 % Inulin als Speicherstoff. In der Volksheilkunde wurden sie als harntreibendes und fiebersenkendes Mittel sowie in der Tiermedizin als Mast- und Brunstpulver verwendet. Der Blütenboden wurden von Almhirten, wie bei den bekannten Artischocken, in Salzwasser gekocht und mit mehliger Brühe als "Jagerbrot" verzehrt.
Silberdisteln wurden früher auch als Symbol für Kraft angesehen, behaupten sie sich doch auf trockensten Standorten. So schrieb man ihnen die Fähigkeit zu, böse Geister und Blitz, Feuer abzuwehren und brachte sie über Hof- und Stalltüren an. Ihre kräftigen langen Wurzeln waren das Sinnbild der starken, liebesfähigen Männlichkeit.
Ihre Schönheit hat leider oft dazu verleitet, sie als Trockenblume zu verwenden. Durch Düngung und immer intensivere Nutzung der Weiden verschwinden die Magerwiesen und damit ihr Lebensraum. Heute sind die Silberdisteln streng geschützt
[B. Mory]
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