Aussehen
Die zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
gehörende ausdauernde Pflanze wird je nach Standort 15-50 cm hoch.
Die saftigen, hohlen Stengel sind verzweigt und tragen dunkelgrün glänzende,
stumpf herz- bis nierenförmige Blätter, die am Grunde bis zu 25
cm breit werden können, zum Stielende hin aber an Größe
abnehmen. Im April bis Mai erscheinen die schalenförmigen,
dottergelben Blüten, die jedoch nicht von Blütenblättern,
sondern lediglich von den Kelchblättern gebildet werden und einen
Durchmesser von etwa 5 cm besitzen.
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, die durch reichlich Nektar
angelockt werden. Die kleinen, balgförmigen Früchte öffnen
sich bei Reife und stehen sternförmig und leicht nach oben gerichtet
zusammen, so daß sie eine kleine Auffangschale für Regentropfen
bilden. Trifft ein Tropfen in den Napf, so werden die leichten Samen durch
den Aufprall herausgeschleudert. Die Samen sind schwimmfähig und
werden sowohl durch das Wasser als wohl auch durch Wassergeflügel
verbreitet.
Die Pflanze ist giftverdächtig.
Name
Die Bedeutung des Gattungsnamens Caltha ist nicht ganz klar, möglicherweise
bedeutet er im Altgriechischen "Korb" oder "Schale"
und beschreibt damit die schalenförmigen Blüten der Pflanze. Der
Artname palustris (von lateinisch palus = Sumpf) weist auf ihr
Vorkommen an feuchten Standorten hin. Der deutsche Name Dotterblume
beschreibt die eidottergelbe, glänzende Blüte. Regional sind
weiterhin Namen wie Butter-, Schmalz-, Eier- und Kuhblume, auch Wiesengold
oder Goldrose gebräuchlich.
Vorkommen
Ursprünglich eine Art der Auen- und Bruchwälder ist die
Sumpfdotterblume in unserer Kulturlandschaft vor allem in Röhrichten
und Riedern, an Bach- und Grabenrändern und auf feuchten Wiesen
verbreitet. Dieses nach seiner Charakterart als Sumpfdotterblumenwiese
bezeichnete Feuchtgrünland bietet im Frühsommer durch die
Begleitarten Kuckuckslichtnelke, Sumpfvergißmeinnicht, Wiesenknöterich,
Kohldistel und vielen anderen Blütenpflanzen einen farbenprächtigen
Anblick. Schwankende Wasserstände werden von der Sumpfdotterblume gut
ertragen. In Norddeutschland werden Bestände dieser Pflanze, die im
tidebeinflußten Röhricht der Flüsse stehen, sogar bis zu
einem Meter hoch.
Die Verbreitung ist zirkumpolar, d.h. sie umfaßt außer Europa
(bis Island und arktisches Rußland) auch das gemäßigte
und nördliche Asien sowie das nördliche und arktische Amerika.
Gefährdung
Die Sumpfdotterblume ist derzeit nur auf den Roten Listen Niedersachsens
und Hamburgs als gefährdet eingestuft, jedoch ist die Art bundesweit
im Rückgang begriffen. Ursache war in jüngerer Vergangenheit vor
allem die großräumige Entwässerung der Landschaft, jedoch
fand die Sumpfdotterblume, vom Weidevieh gemieden, immer noch ein Refugium
an Grabenrändern oder in Senken auf Feuchtwiesen.
Seit einigen Jahren macht die moderne Milchviehhaltung, bei der das Vieh
im Stall steht und mit siliertem Gras gefüttert wird, für eine
bessere Grünfutterausbeute bei der Mahd die Planierung der Wiesen
erforderlich, wobei die letzten Senken und Grüppen eingeebnet und Gräben
verfüllt werden. Auf diese Weise ist die Sumpfdotterblume in den
letzten Jahren aus weiten Bereichen der Landschaft verschwunden.
Die Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen besitzt einige Grundstücke, auf denen neben vielen anderen Pflanzen auch die Sumpfdotterblume durch gezielte Pflege in ihren Beständen erhalten werden kann.
Gartenpflanze
Die Sumpfdotterblume ist auch eine attraktive Gartenpflanze für den
Rand des Gartenteiches. Sie sollte aber nicht aus der Natur entnommen,
sondern in einer Staudengärtnerei bezogen werden. Hier sind auch gefülltblühende
Pflanzen sowie eine weiße Form erhältlich.
[Text: Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze Gefährdeter Pflanzen]
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