Der vielerorts noch
häufige Zunderschwamm bildet mehrjährige, holzigharte,
konsolenförmige Fruchtkörper an lebenden Laubbäumen.
Als Parasit ernährt er sich von der Substanz seines
Wirtes und bringt ihn, je nach Stammgröße und Holzart,
früher oder später um. Im befallenen Stamm erzeugt er
durch Abbau von Lignin und Zellulose eine intensive
"Weißfäule", wodurch die Standfestigkeit
stark vermindert wird. Befallene Allee- oder Parkbäume
stellen deshalb eine öffentliche Gefahr dar und müssen
frühzeitig entfernt werden. Naturschützer plädieren
für die vermehrte Einrichtung von Bannwäldern, in denen
auch alte, kranke Bäume stehenbleiben und den
entsprechenden Pilzen Lebensgrundlage bieten. Früher
hatte der Zunderschwamm wirtschaftliche Bedeutung. Unter
der dünnen Hutkruste befindet sich nämlich eine
wildlederartige Schicht, aus der man Kleidungsstücke
herstellte. Auch der bekannte "Zunder" wurde
daraus gewonnen. Das salpetergetränkte Material hatte
die Eigenschaft, lange zu glimmen und war daher zur
Unterhaltung des Feuers äußerst wertvoll. Schließlich
gab es im Mittelalter noch keine Streichhölzer!
[Text: Ewald Gerhard]