De Herbario Berolinensi Notulae No. 11 PAUL HIEPKO Das Schicksal des ”Außerrheinischen Herbariums” des Naturhistorischen Vereins für die Preußischen Rheinlande und Westfalen Abstract Hiepko, P.: Das Schicksal des ”Außerrheinischen Herbariums” des Naturhistorischen Vereins für die Preußischen Rheinlande und Westfalen. [The fate of the ”Extra-Rhenanian Herbarium” of the Natural History Society for the Prussian Rhinelands and Westphalia.] – Willdenowia 9: 207-208.1979. – ISSN 0511- 9618. This importart herbarium with c. 200 000 specimens came to the possession of the Botanical Museum Berlin-Dahlem (B) in 1936. During World War II it was stored in the Erwin Baur Institute of Plant Breeding in Müncheberg, where it was allegedly destroyed. In reality, it was taken care of by the Soviet Army in 1945 and, in 1965 delivered to the GDR authorities. lt has since been used as the basic collection to the new herbarium of the Museum of Natural History at the Humboldt University Berlin (BHU) in East-Berlin. The herbarium of Treviranus (1779-1864) is included in this collection. Erst nach der Drucklegung meines Artikels über die erhaltenen Teile der Sammlungen des Botanischen Museums Berlin- Dahlem (Hiepko 1978) stieß ich auf eine Veröffentlichung von Bässler (1970), in der über das Schicksal und den Verbleib des aus den Beständen unseres Museums stammenden, wichtigen ”außerrheinischen Herbars” berichtet wird. In dem von mir mehrfach zitierten Bericht Pilgers (1953) wurde auf S.19 eindeutig festgestellt: ”Das Herbar des Naturhistorischen Vereins in Bonn . . ., das im Erwin-Baur-Institut für Züchtungsforschung in Müncheberg untergebracht wurde und das Prof. Markgraf bearbeitete, wurde bei den Kampfhandlungen um Berlin völlig zerstört.” Diese Angabe hat sich glücklicherweise als nicht richtig erwiesen. Nach Bässler (S. 297) wurde diese außerordentlich wertvolle Sammlung vielmehr ”von sowjetischen Truppen gerettet, in die Sowjetunion transportiert und 1964 über das Ministerium (damals Staatssekretariat) für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR der Humboldt-Universität zu Berlin übergeben”. Das fast 200 000 Exemplare umfassende Herbar bildet seitdem den Grundstock des Herbariums des Bereiches Botanik und Arboretum des Museums für Naturkunde an der Humboldt- Universität zu Berlin (Ost): BHU. Das Herbar des Naturhistorischen Vereins für die preußischen Rheinlande und Westfalen war am 1. Dezember 1936 in den Besitz des Botanischen Museums Berlin-Dahlem übergegangen und von F. Markgraf in Bonn durchgesehen worden (Anonymus 1937, S. 543). Es setzte sich vorwiegend aus europäischen Aufsammlungen zusammen. Wichtigster Bestandteil mit rund 30 000 Belegen ist das Herbar von L. C. Treviranus (1779-1864), der ab 1830 Professor der Botanik in Bonn war. In seinem Herbar sind wichtige Exsikkate bekannter Botaniker der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts enthalten, wie z. B. Gaillardot (Syrien), Gardner (Brasilien), Junghuhn (Java), Ledebour (Altai), Preiss (Australien), Steven (Kaukasus, Krim) und Tenore (Italien). Weitere Angaben über die in dem gesamten Herbar vertretenen Sammler und Exsikkatenwerke geben Wirtgen (1908) und Bässler (1970). Zitierte Literatur Anonymus 1937: Bericht über den Botanischen Garten und das Botanische Museum zu Berlin-Dahlem vom 1. April 1936 bis 31. März 1937. – Notizbl. Bot. Gart. Berlin-Dahlem 13: 531-561. Bässler, M. 1970: Das Herbarium des Bereiches Botanik und Arboretum des Museums für Naturkunde an der Humboldt- Universität zu Berlin. – Wiss. Z. Humboldt-Univ. Berlin, Math.- Naturwiss. Reihe, 19 (2/3): 295-299. Hiepko, P. 1978: Die erhaltenen Teile der Sammlungen des Botanischen Museums Berlin-Dahlem (B) aus der Zeit vor 1943. (De Herbario Berolinensi Notulae No. 1) – Willdenowia 8 (2): 389-400. Pilger, R. 1953: Bericht über den Botanischen Garten und das Botanische Museum Berlin-Dahlem vom 1. März 1943 bis 31. März 1947. – [Willdenowia] Mitt. Bot. Gart. Berlin-Dahlem 1 (1): 1-21. Wirtgen, F. 1908: Die botanischen Sammlungen des Naturhistorischen Vereins der preußischen Rheinlande und Westfalens. – Sitzungsber. Naturhist. Vereins Preuss. Rheinl. 1907 (1. Hälfte): E 47 - E 51. Anschrift des Verfassers: Prof. Dr. Paul Hiepko, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem, Freie Universität Berlin, Königin-Luise- Str. 6-8, D–14191 Berlin.