Titanenwurz blühte: 2011 - Amorphophallus titanum - Größte Stinke-Blume der Welt aus Indonesien

Die Titanenwurz - Amorphophallus titanum Becc. (Araceae)

Titanenwurz geht in Blüte - Größte Stinke-Blume der Welt aus Indonesien

So war es im Jahre 2011! Die Titanenwurzblüte:

Die größte Blume der Welt blühte vom 14. Mai 2011 (Samstag) im Botanischen Garten Berlin an. Die gigantische Blume der Titanenwurz (Amorphophallus titanum) ist eine der spektakulärsten Erscheinungen in der Pflanzenwelt und eine große Seltenheit. Das eigentliche Blütenspektakel dauerte nur drei Tage (14. bis 16. Mai 2011). Das tropische Gewächs aus Indonesien war auch nach Blütezeit noch lange im Großen Tropenhaus zu bestaunen, dann im Anzuchtbereich hinter den Kulissen und ging leider 2014 ein.

Aktuelle Bilder finden Sie hier. Nähere Informationen zur Pflanze finden Sie weiter unten auf dieser Seite.


Zum Zeitraffer: 1 + 2. Blütetag >>> (14. + 15.05.2011)
Zum Zeitraffer: 3. Blütetag >>> (16.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer: 2. Blütetag >>> (15.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer: 1. Blütetag >>>(Flash) (14.05.2011, ca. 9 Uhr bis 20.20 Uhr)
Zum Zeitraffer: 1. Blütetag >>>(kein / without Flash) (14.05.2011, ca. 9 Uhr bis 20.20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (13.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (12.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (11.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (10.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (09.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (08.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (07.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)
Zum Zeitraffer >>> (06.05.2011, ca. 6 Uhr bis 20 Uhr)

 
 
Webcam  
Webcam, 5.5.2011, 13 Uhr 35. Webcam, 8.5.2011, 15 Uhr 30.
   
 
Webcam, 14.5.2011, 15 Uhr.  

Bis zum 26. April 2011: Die Knospe ließ noch nicht erkennen, ob sie sich zu einem Laubblatt oder einem Blütenstand entwickelt.

28. April 2011 - 68 cm: Die äußeren Hüllblätter fingen gerade an sich an der Spitze zu öffnen. Ein Blütenstandskolben wird deutlich länger. Die Pflanze wird in das Große Tropenhaus gebracht, damit das Blütenspektakel öffentlich verfolgt werden kann. Vorher stand die Pflanze in einem speziellen, nicht zugänglichen Anzuchtsgewächshaus.

29. April 2011 - 73 cm.
 
02. Mai 2011 - 95 cm, kurze Zeit später 97 cm: Die Pflanze hat den Ortswechsel hoffentlich gut verkraftet. Der Kolben zeigt ein deutlichen Längenzuwachs.
   
02.05.2011 02.05.2011
02.05.2011 02.05.2011 - Das längste dunkelgrüne Hüllblatt ist noch länger als das hellgrüne Hüllblatt
 
03. Mai 2011 - 1,05 Meter: Der Umfang des Blütenstandes an der dicksten Stelle misst 75 Zentimeter.
03.05.2011  
03.05.2011 03.05.2011
   
04. Mai 2011 - 1,15 Meter:
Am Morgen um halb acht misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze 1,15 Meter. Nachmittags um 15.15 Uhr ist er bereits auf 1,19 Meter gewachsen. Der Umfang beträgt 86 cm.
04.05.2011 04.05.2011 - Das längste dunkelgrüne Hüllblatt ist jetzt kürzer als das hellgrüne Hüllblatt.  Die dunkelgrünen, gefleckten Hüllblätter lösen sich ganz leicht an der Spitze und welken.
   
   

05. Mai 2011 - 1,26 Meter:

 
05.05.2011 - Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze 1,26 Meter. Der Umfang beträgt 86 cm. 05.05.2011 - 11 Zentimeter an einem Tag.
05.05.2011 - Langsam wird ein Blütenstandsstiel sichtbar, die grünen Hüllblätter welken 05.05.2011
05.05.2011 05.05.2011 - Die Spitze des Kolbens sieht feucht aus.

06. Mai 2011 - 1,40 Meter:

Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze 1,40 Meter. Der Umfang beträgt 93 cm. Jetzt ist der Blütenstand bereits länger als vor 2 Jahren: Das Maximum während der Blüte 2009 war eine Länge von 1,31 Meter. 
06.05.2011  
06.05.2011 - Der Blütenstandsstiel wird noch deutlicher sichtbar 06.05.2011
   
07. Mai 2011 - 1,50 Meter:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,50 Meter. Der Umfang beträgt 98 cm.
07.05.2011 07.05.2011 - der Kolben macht seinem wissenschaftlichen Namen alle Ehre und sieht langsam "unförmig" aus
07.05.2011 07.05.2011
 
08. Mai 2011 - 1,63 Meter:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,63 Meter. Der Umfang beträgt 1,03 Meter. Sollte der Blütenstand weiter in der Länge wachsen, muss die Messlatte zur Markierung der Größe verlängert werden. 
08.05.2011 - zwei der drei dunkelgrünen Hochblätter sind jetzt verwelkt 08.05.2011
08.05.2011 - der Blütenstandsstiel wird immer besser sichtbar 08.05.2011 - Die Ansatzstelle des Hochblattes
08.05.2011 - das größte dunkelgrüne Hochblatt ist verwelkt und gibt den Blick auf den Längssaum des hellgrünen Hochblattes frei. Der Saum ist leicht rot gefärbt.
   
09. Mai 2011 - 1,71 Meter:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,71 Meter. Der Umfang beträgt 1,06 Meter.
09.05.2011 09.05.2011
   
10. Mai 2011 - 1,79 Meter:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,79 Meter. Der Umfang beträgt 1,09 Meter.
10.05.2011 10.05.2011 - die Kolbenspitze erscheint lackiert
10.05.2011 - Die Innenseite des hellgrünen Hochblattes färbt sich langsam rot. 10.05.2011 - Auch das dritte ehemals dunkelgrüne Hüllblatt ist jetzt vertrocknet.
   
11. Mai 2011 - 1,86 Meter:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,86 Meter. Der Umfang beträgt 1,13 Meter.
   
11.05.2011 11.05.2011 - Der Längssaum ist deutlicher rot gefärbt.
11.05.2011 - Die Innenseite des hellgrünen Hochblattes färbt sich deutlicher rot. 11.05.2011 - Der Blütenstandsstiel ist sehr gut sichtbar und deutlich ausgebildet.
   
12. Mai 2011 - 1,91 Meter:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,91 Meter. Der Umfang beträgt 1,17 Meter.
12.05.2011 12.05.2011
12.05.2011 12.05.2011 - Die Meßlatte ist bald zu Ende.
 
12.05.2011 - Auch das dritte ehemals dunkelgrüne Hochblatt liegt jetzt verwelkt herab.  
   
13. Mai 2011 - 1,96 Meter:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,96 Meter. An die Meßlatte musste jetzt bereits etwas angebaut werden, um die Länge darzustellen. Der Umfang beträgt 1,20 Meter.
13.05.2011 13.05.2011 - Langsam wird zwischen den Falten des Hochblattes ein rötlicher Schimmer erkennbar.
13.05.2011 - Die Meßlatte wurde heute verlängert. 13.05.2011
13.05.2011 13.05.2011 - Auf dem noch geschlossenen Blütenstand hat sich eine Fliege niedergelassen ...
   
14. Mai 2011 - 1,99 Meter - der erste Blühtag:
Am Morgen misst der Blütenstand von der Erde bis zur Spitze bereits 1,99 Meter. Der Umfang beträgt 1,26 Meter. Gegen Mittag beginnt sich das Hochblatt zu öffnen. Der erste Tag des nur dreitägigen Blütenspektakels ist heute. Es beginnt kräftig zu stinken, bereits am Nachmittag ist selbst in den angrenzenden Gewächshäusern die Titanenwurz zu riechen. Am Abend ist der Gestank am Intensivsten.
14.05.2011 - 12.07 Uhr, Bild der Webcam 14.05.2011 - 13.18 Uhr, Bild der Webcam
14.05.2011 - 13.41 Uhr, Bild der Webcam 14.05.2011 - 14.23 Uhr, Bild der Webcam
14.05.2011 - 15 Uhr, Bild der Webcam 14.05.2011 - schon gegen 17 Uhr war das Hochblatt voll entfaltet
14.05.2011 14.05.2011
14.05.2011 14.05.2011
Aktuelle wissenschaftliche Dokumentation des Blütenereignis: Am ersten Tag der Blüte (14.05.2011) und der Nacht erfolgten Experimente und Messungen in der Nähe der Titanenwurz. Diese waren vor Ort und teilweise auch über die Webcam zu sehen. Es wurde die Wärmeentwicklung der Pflanze während der Blütezeit (thermographische Aufnahmen) und die Duftentwicklung untersucht (Gasstoffwechselmessungen, Duftaufnahme).
14.05.2011  
   
15. Mai 2011 - der zweite Blühtag
15.05.2011 - das Hochblatt ist weiterhin geöffnet. 15.05.2011
15.05.2011 15.05.2011
15.05.2011 15.05.2011 - Blick in den Trichter
15.05.2011 15.05.2011 - Blick in den Trichter: An der Basis sind von oben Blüten erkennbar.
15.05.2011 - An verschiedenen Stellen des Blütenstandes wird die Temperatur gemessen, hier an der Kolbenspitze 15.05.2011 - Temperaturmessung über Sonde im mittleren Kolbenbereich
15.05.2011 - Temperaturmessung über Sonde im unteren Blütenstandsstiel 15.05.2011 - um eine Temperaturmessung im Blütenbereich machen zu können, wurde ein Fenster in das große Hüllblatt geschnitten.
15.05.2011 - Blick auf die Blüten. Ganz oben der Kolbenrand, darunter die männlichen Blüten (noch geschlossen, ca. 15.15 Uhr), darunter die weiblichen Blüten. An der Schnittfläche des Hüllblattes ist erkennbar, wie dick das Blatt ist. 15.05.2011 - Blick an dem Blütenbereich vorbei an die Innenseite des Hüllblattes. Es ist deutlich zu sehen und zu riechen, dass die Innenseite bereits verschimmelt, noch bevor die männliche Blütenphase beginnt.
15.05.2011 - die männlichen Blüten, ca. 15.15 Uhr, noch geschlossen 15.05.2011 - die weiblichen Blüten
15.05.2011 - die männlichen Blüten, ca. 20.30 Uhr, sind geöffnet. Pollen wird aus den Blüten entlassen. Er ist fädig zusammengefasst und erinnert an herabfallende Spaghetti oder an Spätzle, die aus einer Spätzlepresse gepresst werden. 15.05.2011 -  einem Vorhang gleich hängt der Pollen herab.
   
15.05.2011 - Zwar hängt der Pollen zusammen, aber er ist nicht deutlich klebrig, sondern beim Anfassen trocken und pulverig. 15.05.2011 - Der Pollen fällt auch auf die weibliche Blüten. Diese sind aber bereits in der Nacht davor verblüht, es findet keine Selbstbestäubung statt.
 
16. Mai 2011 
Das Hochblatt schließt sich wieder. Es wird erwartet, dass der Kolben im Laufe des Tages oder Abends zusammenfällt. Aber: Er zeigt Standfestigkeit und ist selbst am späten Abend noch aufrecht.
16.05.2011- Das Hochblatt schließt sich immer mehr und bewegt sich den Kolben entgegen. 16.05.2011
16.05.2011 - Das Hochblatt welkt immer weiter. 16.05.2011
   
17. Mai 2011 
Der Kolben zeigt weiterhin Standfestigkeit und ist selbst am späten Abend noch aufrecht. Das Hüllblatt welkt weiter.
17.05.2011 - 9.23 Uhr, Bild der Webcam 17.05.2011 - 17.41 Uhr, Bild der Webcam
   
18. Mai 2011 
 
 
18.05.2011 - 9.31 Uhr, Bild der Webcam  
   

Die Titanenwurz wird zunächst weiterhin im Großen Tropenhaus zu sehen sein. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Wie spektakulär die Blüte ist, können Sie auf den Zeitraffer-Aufnahmen der Blütenstandentwicklung des Blühereignis 2009 verfolgen. Aber die Wirklichkeit ist noch viel brillanter:

  • Der 1. Tag (30.04.2009, ca. 8 bis 20 Uhr) hier >>>

  • Der 2. Tag (01.05.2009, ca. 5 bis 21 Uhr) hier >>>

  • Der 3. Tag (02.05.2009, ca. 5 bis 20 Uhr) hier >>>

  • Alle drei Tage (als Flash-Video) hier >>>

Amorphophallus titanum ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Aronstabgewächse. Sie bildet eine unterirdische Knolle aus, die über 100 kg Gewicht erreichen kann. Erst nach mehreren Jahren kann aus der Knolle ein Blütenstand mit einer Größe von bis zu drei Metern hervorgehen. Nach dem Guinness Buch der Rekorde ist es die größte Blume der Welt (Rekord bei 2,94 Meter, Wilhelma Stuttgart 2005). Die Pflanze wurde in Sumatra (Indonesien) vom italienischen Botaniker Odoardo Beccari 1878 entdeckt. Sie ist in der Natur stark gefährdet.

Was wird während der Blütezeit zu sehen und zu riechen sein?
Das eigentliche Blütenspektakel dauert nur drei Tage: Die Pflanze ist ein Nachtblüher und im Laufe eines Nachmittags wird sich ein großes Hochblatt (Spatha) öffnen, welches den großen Kolben (Spadix), einem hochfliegenden Rock gleichend, umgibt. Die Titanenwurz gibt besonders am ersten Blühtag bzw. der ersten Blühnacht einen intensiven Aasgeruch ab. Im Laufe des zweiten Blühtages wird sich das Hochblatt wieder ganz langsam schließen. Geruch wird nicht mehr abgesondert. Im Laufe des dritten Tages ist das botanische Schauspiel vorüber: Der Blütenstand beginnt zu welken und der Kolben knickt um.

Genaue Voraussage der Blütenöffnung
Die genaue Vorhersage, wann sich der Blütenstand entfaltet und die Blüten öffnen, ist sehr schwierig und meist erst am Morgen oder Mittag des Blühtages möglich. Da die Titanenwurz in dieser Phase sehr empfindlich ist, bleibt es bis zur letzten Minute ungewiss, ob sich der Blütenstand wirklich öffnet. Es wird also für Botaniker, Gärtner und Besucher sehr spannend. Beim Berliner Titanenwurz wird bislang vermutet, dass eine Blütenstandsöffnung um das Wochenende 7./8. Mai 2011 erfolgen kann.

Übler Geruch nach Aas
Mittels Aasgeruch werden in der Natur Fliegen durch ein Täuschungsmanöver in den Blütenstand gelockt, die für ihre Eiablage einen verwesenden Tierkadaver suchen. Im Blütenstand des Titanenwurz finden die Fliegen keinen geeigneten Brutplatz – aber sie bestäuben bei ihrem Besuch die Blüten. Während der ersten Nacht öffnen sich die weiblichen Blüten, erst in der zweiten Nacht öffnen sich die männlichen Blüten und geben Pollen ab. Damit der Geruchslockstoff besonders gut verströmt, erhöht die Pflanze die Temperatur im Kolben gegenüber der Umgebung und der Blütenstand gleicht einer Geruchsfackel. Während der ersten Nacht ist der Geruch am intensivsten.
 

Wissenschaftliche Dokumentation des Blütenereignis 2009: Insbesondere am ersten Tag der Blüte (30.04.2009) und der Nacht erfolgten Experimente und Messungen in der Nähe der Titanenwurz. Es wurden die Wärmeentwicklung der Pflanze während der Blütezeit (thermographische Aufnahmen) und die Duftentwicklung untersucht (Gasstoffwechselmessungen, Duftaufnahme). Einen kleinen Zwischenstand der Ergebnisse finden Sie hier>>>.


Schwierige Kultur
Die Pflanze, die jetzt einen Blütenstand hervorbringt, stammt aus einer Nachzucht des Palmengartens Frankfurt von 2003 und geht auf eine am 11.5.1992 in Indonesien, Sumatra, in der Nähe von Padang gesammelte Wildherkunft zurück. Bereits im Jahr 2009 überraschte die Pflanze mit einem Blütenstand und wurde von zahlreichen Besuchern bestaunt. Die Pflanze wurde im November 2010 umgetopft und dabei gewogen. Gegenüber der letzten Messung hat die Knolle ihr Gewicht mehr als Verdoppelt:
09.07.2007: 4,7 kg
05.11.2008: 11,95 kg
24.11.2010: 30,7 kg
Die Kultur der Titanenwurz ist sehr schwierig und somit ein Blütenstand ausgesprochen bemerkenswert.

Was wird nach der Blütezeit zu sehen sein?
Sofern der Blütenstand unter Kulturbedingungen nicht bestäubt wurde, so lebt die Pflanze weiter. Die Pflanze entwickelt - nach einer unterschiedlich langen Ruhephase - nur ein einziges großes Laubblatt, welches jedoch mehrere Meter Höhe erreichen kann und einem kleinen Baum ähnelt. Nach bis zu 24 Monaten wird das Blatt eingezogen und die Knolle macht eine Ruhepause, bevor sie erneut ein Laubblatt oder nach mehreren Jahren auch einen neuen Blütenstand austreibt.

Werden jedoch nach künstlicher Bestäubung orangerote Beerenfrüchte ausgebildet (Reife erst nach ca. 8 Monaten), so sterben die Pflanzen danach häufig ab. Für die Samenausbildung verbraucht die Pflanze Reservestoffe, die in der unterirdischen Knolle eingelagert wurden und wird stark geschwächt. 

Für eine Bestäubung der weiblichen Blüten wird frischer Pollen einer zweiten, blühenden Titanenwurz benötigt. Das aktuell blühende Exemplar im Botanischen Garten Berlin wird nicht künstlich bestäubt. Sofern die Pflanze bei der Blütenbildung nicht stark geschwächt wurde, wird sie weiterleben.

Das Laubblatt
Ein weiteres Exemplar der Art Amorphophallus titanum (anderer Herkunft) zeigte am 13.06.2006 im Botanischen Garten Berlin folgendes Laubblatt:

Nur ein einziges Laubblatt wird entwickelt (Pflanze in der Mitte des Bildes). Der Blattstiel ist mit weißen Flecken besetzt - diese täuschen Flechtenbewuchs vor.
Die Blattspreite ist mehrfach geteilt, so dass das Blatt wie eine kleine Baumkrone erscheinen kann.

Die Knolle:
Die jetzt einen Blütenstand hervorbringende Pflanze wurde im November 2010 umgetopft und dabei gewogen. Gegenüber der letzten Messung hat die Knolle ihr Gewicht mehr als Verdoppelt:
09.07.2007: 4,7 kg
05.11.2008: 11,95 kg
24.11.2010: 30,7 kg

Die Knolle 2008 auf der Waage.  
Zum Größenvergleich eine 1- Pfennig-Münze links auf der Knolle. Vor dem erneuten Eintopfen 2008.
Die Knolle beim Umtopfen 2010. Vor dem erneuten Eintopfen 2010.

 

 

Wer es nicht erwarten kann bis zur Blütenöffnung, kann sich ja schon mal ansehen, wie schön das Blütenspektakel im Jahr 2009 war:

Es handelt sich nicht stets um das gleiche Exemplar, das in Blüte geht. Es befinden sich mehrere Exemplare in Kultur im Botanischen Garten Berlin.

Beeindruckende Zeitrafferfilme zeigen, was noch bevorsteht.

Mehr Informationen zur Titanenwurz:

  • Standort der Titanenwurz im Botanischen Garten: während der Blütezeit öffentlich im Gewächshaus B)

  • Wissenswertes zur Kultivierung der Titanenwurz
    Lobin, W., Neumann, M., Radscheit, M. & W. Barthlott (2007): The cultivation of Titan Arum (Amorphophallus titanum) – A flagship species for Botanic Gardens. Sibbaldia 5: 69-86.
    Link zu Titanenwurz-Informationen der Botanischen Gärten Bonn hier>>>

Weitere Infoblätter / Other Papers of Information