Die Kaukasus Pflanzen-Biodiversitäts-Initiative

Der Biodiversitäts-Hotspot Kaukasus ist eines der biologisch vielfältigsten Gebiete in der nördlichen Hemisphäre. Die Initiative bezieht Partner aus der Kaukasus-Region ein, um wissenschaftliche Kapazitäten und die Zusammenarbeit zu stärken. Die langfristigen wissenschaftlichen Ziele sind ein besseres Verständnis der Evolution der kaukasischen Pflanzenvielfalt und der Faktoren, die die Muster der Vielfalt auf den Ebenen der Populationen, Arten und Ökosystemen prägen, einschließlich eines robusten taxonomischen Rahmens. Die Ergebnisse sollen den Naturschutz und die Landnutzungsplanung sowie die nachhaltige Nutzung der Pflanzenvielfalt im Kaukasus unterstützen.

Im Rahmen der Initiative ist das Projekt "Developing tools for conserving the plant diversity of the Transcaucasus" dem Aufbau von wissenschaftlichen Kapazitäten und der Forschung gewidmet. Aktivitäten sind derzeit in Zusammenarbeit mit den wichtigsten botanischen Institutionen aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien implementiert. Das Ziel ist es, Institutionen in den Partnerländern zu unterstützen durch Verbesserung der Infrastrukturen von Laboreinrichtungen und Sammlungen (z.B. Herbarien), Durchführung von wissenschaftlicher und technischer Ausbildung (z.B. in Form von Doktorarbeiten), und durch den Austausch von Wissenschaftlern und technischen Mitarbeitern.

Die Forschung konzentriert sich auf drei typisch kaukasische Ökosysteme: Arcto-Tertiär-Wälder, xerophytische Wälder und Hochgebirge. Ausgewählte kaukasische Gattungen (z.B. Campanula, Dianthus, Papaver, Pyrus) werden als Modell-Gruppen untersucht, mit dem Ziel ihre Phylogenie und Biogeographie zu verstehen und eine taxonomische Basis auf dem neuesten Stand zu erstellen. Gearbeitet wird auch über Phylogeographie und Conservation Genetics ausgewählter Arcto-Tertiär-Bäume (Albizia, Gleditsia, Pterocarya und Zelkova), und über die Vielfalt und Taxonomie der kaukasischen Moose und Flechten. Die Forschungsergebnisse zu diesen Modell-Gruppen werden verwendet, um Datenbanken und Online-Ressourcen zur Pflanzen-Vielfalt in der Region aufzubauen. Das Projekt wird unterstützt von der VolkswagenStiftung (2011 - 2014) im Rahmen des Programms "Zwischen Europa und Orient".