Botanic Channel

“Botanic Channel” heißt die interaktive Video-Installation, mit der das Botanische Museum der FU Berlin seinen neuen Dauerausstellungsbereich zum Thema „Psychoaktive Pflanzen“ erweitert. Diese multimediale Darstellung beleuchtet botanische, kulturgeschichtliche und medizinische Aspekte einiger interessanter Pflanzen. Sie entstand aus der intensiven Zusammenarbeit des Botanischen Museums unter der Leitung von Prof. Dr. H. Walter Lack und den Medien-Designern der FH Potsdam.

“Botanic Channel” läuft ab sofort und dauerhaft im Botanischen Museum Berlin-Dahlem und ist täglich von 10–18 Uhr geöffnet.

     

Die Designstudenten Daniel Becker, Moritz Koepp und Tobias Mory entwickelten unter der Leitung von Prof. Klaus Dufke und dem Team des Botanischen Museums eine DVD mit einer Gesamtlaufzeit von 90 Minuten. Interviews mit Experten und Wissenschaftlern, u.a. aus FU und HU Berlin, bilden die Grundlage der 15 Kapitel. Die Aussagen der Interviewpartner werden mit kurzen erklärenden Filmen und animierten Infografiken illustriert. Interaktive, moderierte Menüführung und individuell abgestimmte Ansprache bieten eine unterhaltsame Wissensvermittlung für ein breites Publikum.

Um Schulklassen und besonders jüngere Erwachsene aktiv und in zeitgemäßer Form anzusprechen, ergänzt die interaktive Multimediapräsentation “Botanic Channel” das mit den klassischen Instrumenten musealer Vermittlung dargestellte Thema „Psychoaktive Pflanzen“. In drei Vitrinen werden die bekanntesten dieser Pflanzen im Original, als Modell oder im Bild gezeigt und in den geo-grafischen und kulturellen Kontext der Alten Welt (Eurasien) sowie der Neuen Welt (Amerika) gesetzt. Interaktiv zugänglich ist eine Darstellung der Botanik, Medizin und Kulturgeschichte sowie der politischen und wirtschaftlichen Aspekte der jeweiligen Pflanzen. Ein weiterer Komplex thematisiert, dass psychoaktive Substanzen im Labor aus Pflanzen isoliert oder synthetisch hergestellt werden können, wie Heroin, Kokain, Crack und Amphetamine. Die Schicksale dreier prominenter Persönlichkeiten, die durch Drogenkonsum (Haschisch, Kokain, Heroin) geprägt wurden, ergänzen als „Rauschbiografien“ die neue Präsentation.

An der FH Potsdam werden im Projekt PUSH (Public Understanding of Science and Humanities) Experten auf dem Gebiet „Neue Medien und Wissensmanagement zur Förderung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“ ausgebildet. Mediale Informations- und Kommunikationsprozesse werden unter informationswissenschaftlichen und -technischen, gestalterischen sowie kulturellen Gesichtspunkten bearbeitet. “Botanic Channel” zeigt, wie die innovative Darstellung aktueller Themen mit Engagement in der studentischen Ausbildung verknüpft werden kann.