Forum Citizen Science: Tagung der deutschen Bürgerforschungs-Community

Friday, 22. September 2017 - 9:00 to 16:00

Beim Forum Citizen Science trifft sich am 22. September 2017 im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin die deutsche Citizen-Science-Community. Die Teilnehmenden, u.a. aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik, diskutieren über die Zukunft der Bürgerforschung, tauschen praktische Erfahrungen aus und entwickeln Ideen für gemeinsame Zusammenarbeit.  Bürgerforschung hat in Deutschland eine lange Tradition, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht. Unter dem Namen Citizen Science boomt das Konzept, getrieben von den Möglichkeiten der digitalen Revolution und dem Wunsch nach einer stärkeren Partizipation an wissenschaftlicher Forschung. In den letzten Jahren hat sich die deutsche Citizen-Science-Community auch über disziplinäre Grenzen hinweg vernetzt. Wir möchten mit dem Forum Citizen Science diesen Prozess weiter unterstützen und den Akteurinnen und Akteuren aus den verschiedenen Projekten eine Plattform bieten, sich kennen zu lernen, untereinander auszutauschen und aktuelle oder kritische Fragen rund um die Bürgerforschung zu diskutieren.

Das Forum Citizen Science wird organisiert vom Museum für Naturkunde Berlin, Wissenschaft im Dialog und dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin.
 
Die Registrierung ist ab sofort, bis zum 15. September möglich!

Das Forum bei Twitter: #ForumCS
Zum Facebook-Event.

Programm

09:00 – 10:00 – Ankommen und Check-In
Foyer, Botanisches Museum Berlin

10:00 – 11:00 – Begrüßung und Keynote
Großer Hörsaal, Botanisches Museum Berlin

– Gesprächsrunde mit:

  • Christian Herbst, Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Patricia Rahemipour, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
  • Katrin Vohland, Museum für Naturkunde Berlin
  • Markus Weißkopf, Wissenschaft im Dialog


– Grußwort: Prof. Johannes Vogel, PhD, Vorsitzender der European Open Science Policy Platform (OSPP) und der European Citizen Science Association (ECSA)

– Keynote: Prof. Henry Sauermann, PhD,  Associate Professor an der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin
– Keynote: Prof. Dr. Ulli Vilsmaier, Juniorprofessorin für transdisziplinäre Methoden an der Leuphana Universität Lüneburg

Großer Hörsaal, Botanisches Museum Berlin

11:00 – 12:30 – Netzwerk-Session
Gartengelände und Neues Glashaus, Botanischer Garten Berlin

12:30 – 13:30 – Lunch-Pause
Neues Glashaus, Botanischer Garten Berlin

13:30 – 14:30 – Workshops I
Neues Glashaus, Botanischer Garten Berlin

  • Netzwerk buergerschaffenwissen.de. Welche Potenziale hat die Plattform? – Moderation: Kristin Oswald, Blog Bürger Künste Wissenschaft | Input: David Ziegler, Museum für Naturkunde Berlin
  • Heute, morgen und übermorgen. Motive für Engagement in der Bürgerforschung – Leitung: Anett Richter & Susanne Hecker, iDiv
  • Co-Design in Theorie und Praxis – Moderation: Katrin Vohland, Museum für Naturkunde Berlin | Input: Antonia Humm, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin & Ulli Vilsmaier, Leuphana Universität Lüneburg

Details zu den Workshops

14:30 – 15:30 – Workshops II
Neues Glashaus, Botanischer Garten Berlin

  • Open Science und die Bürgerforschung – Welche Offenheit braucht Citizen Science? – Leitung: Claudia Göbel, European Citizen Science Association (ESCA) & Christopher Schwarzkopf, Wikimedia Deutschland e.V.
  • Bewertungssysteme statt Daten sammeln – neue Anwendungsfelder für Citizen Science – Leitung: Heinrich Söbke, Bauhaus-Universität Weimar
  • The good, the bad and the ugly - Erkenntnisse aus der Partizipationspraxis – Leitung: Katrin Hille, experimenta Heilbronn – Das Science Center

Details zu den Workshops

15:30 – 16:00 – Wrap-Up
Neues Glashaus, Botanischer Garten Berlin

 

Hintergrundinformation zur Tagung und Thematik: Die Citizen Science Community in Deutschland formiert sich
 
Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der Forschung hat viele Gesichter. Waren es früher vor allem die klassischen Bereiche der Naturkunde und Lokalgeschichte, engagieren sich ehrenamtliche Mitforscherinnen und Mitforscher heute in vielen anderen Disziplinen, ganz besonders der Nachhaltigkeitsforschung. “Bürgerforschung oder Citizen Science ist etwas Selbstverständliches geworden und wird zunehmend mit einer generellen Öffnung des Wissenschaftssystems in Verbindung gebracht,” resümiert Prof. Johannes Vogel, PhD, der Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin. Das Museum veranstaltet gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog und dem Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin am 22. September 2017 zum zweiten Mal das Forum Citizen Science.

Wie kann es gelingen, dass Ehrenamtliche sich dauerhaft und nachhaltig in einem Citizen Science Projekt engagieren? Ist die Bürgerforschung offen für alle oder sind hier nur ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen aktiv - wie passt das zu europäischen Anforderungen an Offene Wissenschaft (Open Science)? Und wie geht man mit kommerziellen Interessen an von Ehrenamtlichen erhobenen Daten um? Diese und andere wegweisende Fragen für die Zukunft der Bürgerforschung werden auf dem Forum Citizen Science diskutiert. Die Veranstaltung bietet der Community in Deutschland einen Treffpunkt für Austausch und Vernetzung.

Citizen Science boomt. Die lange Tradition wissenschaftlicher Forschung durch Ehrenamtliche erhält durch die Möglichkeiten der digitalen Revolution eine neue Qualität. Unabhängig von Beruf oder Bildung messen Menschen Umweltdaten in Echtzeit, transkribieren online historische Dokumente oder erarbeiten gemeinsam Forschungsfragen. Der Erfolg der Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Bürgerinnen und Bürgern zeigt sich in wichtigen Erkenntnissen zu beispielsweise Klimawandel und Biodiversitätsverlust. Aber auch in den Kultur- und Geisteswissenschaften oder der Gesundheitsforschung übernehmen Bürgerinnen und Bürger eine aktive Rolle. Grund genug, nach dem erfolgreichen Auftakt des Forum Citizen Science im Jahr 2016 dieses Format fortzusetzen und so der Citizen Science Community eine Plattform zu geben, gemeinsam neue Ideen für die Bürgerforschung zu entwickeln.

Einen besonderen Impuls erhält die Bürgerforschung in Deutschland durch die jüngst bewilligte Förderlinie für Citizen Science des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in mehrfacher Millionenhöhe. 13 Projekte aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen werden in den nächsten drei Jahren die Möglichkeit erhalten, ihre innovativen Forschungsvorhaben gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern in die Tat umzusetzen. Doch nicht alle sehen die aktuelle Entwicklung einer Institutionalisierung von Citizen Science unkritisch - manche fürchten gar, die Bürgerforschung werde so ihr besonderen, von der etablierten Wissenschaft unabhängigen Charakter verlieren. Zu dieser und anderen kritischen Fragen, etwa der gesellschaftlichen Relevanz von Citizen Science oder einer möglichen kommerziellen Verwertung von Bürgerforschungs-Daten, erhoffen sich die Veranstalter eine Positionierung der Citizen Science Community in Deutschland.
 
Das Programm umfasst Vorträge von der Transdisziplinaritätsforscherin Prof. Ulli Vilsmaier und dem Experten für Crowdsourcing Prof. Henry Sauermann sowie verschiedene Workshops und Diskussionsforen zu aktuellen und kritischen Fragen rund um Citizen Science. Vertreterinnen und Vertreter von Forschungsinstituten und Universitäten, von Vereinen und NGOs sowie Behörden, Wirtschaft und Bürgerinitiativen haben ihr Kommen angekündigt.

Eintrittspreis(e) 
Für die Teilnahme am Forum Citizen Science wird eine Tagungsbeitrag von 75,– € erhoben. Dieser Beitrag wird ausschließlich für die mit dem Forum Citizen Science verbundenen Aufwendungen verwendet. Es steht außerdem ein Kontingent an kostenfreien Plätzen zur Verfügung, die u.a. forschenden Bürgerinnen und Bürgern, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Studierenden, die nicht an einer Institution tätig sind, vorbehalten sind. Bei Bedarf senden Sie bitte eine E-Mail an info@buergerschaffenwissen.de, in der Sie kurz die Gründe für die Kostenbefreiung erläutern.
Veranstaltungstyp