Sammlungsbasierte Institutionen in Berlin - Wissenschaftsgeschichte als Verbundprojekt

Auftaktworkshop zum Forschungsverbund
Willdenowherbar Foto: T. Geisler, Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin
Donnerstag, 19. November 2015 - 0:00 bis Donnerstag, 26. Mai 2022 - 10:26

Anlässlich des 250. Geburtstags von Carl Ludwig Willdenow, einem der bedeutendsten Direktoren des Botanischen Gartens Berlin und akademischen Lehrers Alexander von Humboldts, soll in diesem Rahmen die Geschichte des Hauses erstmals umfassend untersucht werden. Dabei kann es sich aufgrund der Aufstellung einer Institution wie dem Botanischen Garten und Botanischem Museum Berlin (BGBM) nicht um eine rein geschichtliche Forschung handeln, die sich isoliert mit Themen befasst, sondern es bedarf auch des direkten Austauschs zwischen Fachwissenschaftlern (Botanikern) und Wissenschaftshistorikern. Zentral ist dabei die Beschäftigung mit der Institution als Ganzes, ihren Aufgabenkreisen und ihrer Rolle im Verbund mit anderen. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, sammlungsbasierte Institutionen Berlins in einen Verbund zu integrieren, der auf die vergleichende wissenschaftshistorische Untersuchung der Institutionen abzielt und sich als Netzwerk mit engem Austausch versteht.

Berlin ist eine Stadt mit Sammlungen, die zu Recht Weltruhm genießen. Dies trifft sowohl für die Forschungsmuseen mit naturhistorischen Objekten als auch für die ethnographischen, historischen oder kulturhistorischen Sammlungen zu. Das Thema der Interaktion von Sammlungen und Wissenschaft mit den Gesellschaften der Welt wird gerade auch im Humboldtforum aufgegriffen. Was viele Sammlungen eint, ist die Zeit ihrer Entstehung. Es war eine Zeit des Sammelns, die stetig neue Erkenntnisse erbrachte und das Verständnis der Welt revolutionierte. Dabei waren die Forschungsreisen zumeist gemeinschaftliche Unternehmungen. Sammelexpeditionen waren oft disziplinübergreifend angelegt und beteiligten Natur- wie Geisteswissenschaften in gleichem Maße. Diese Ausgangsbasis gilt es beim Blick auf die Geschichte von Sammlungen zu berücksichtigen.

Doch so naheliegend der Gedanke ist, Wissenschaftsgeschichte auch als Erforschung von Netzwerken in Netzwerken zu betreiben, so wenig wurden in den vergangenen Jahren einschlägige Forschungsprogramme angelegt.
Anlässlich des 250. Geburtstags von Carl Ludwig Willdenow, einem der bedeutendsten Direktoren des Botanischen Gartens Berlin und akademischen Lehrers Alexander von Humboldts, kam die Idee auf, die Geschichte des Hauses erstmals umfassend zu untersuchen. Ein solches Vorhaben erschöpft sich bekanntlich nicht in der Rückschau, sondern schärft auch den Blick für die Zukunft. Dabei kann es sich aufgrund der Aufstellung einer Institution wie dem Botanischen Garten und Botanischem Museum Berlin (BGBM) nicht um eine rein geschichtliche Forschung handeln, die sich isoliert mit Themen befasst, sondern es bedarf auch des direkten Austauschs zwischen Fachwissenschaftlern (Botanikern) und Wissenschaftshistorikern. Zentral ist dabei die Beschäftigung mit der Institution als Ganzes, ihren Aufgabenkreisen und ihrer Rolle im Verbund mit anderen. Der BGBM ist Teil einer Wissenschaftslandschaft, die sich in den vergangenen 200 Jahren gemeinsam und aufeinander bezogen entwickelt hat. Aus diesem Grund ist das Vorhaben als Forschung im Verbund angelegt. Eine besondere Rolle spielen dabei die Sammlungen, die in der Vergangenheit in erster Linie als Forschungsobjekt für die Erfassung und das Verständnis der globalen Diversität der Pflanzen genutzt wurden, aber auch eine Rolle bei der mehr angewandten Erforschung beispielsweise der deutschen Kolonien spielten. Die Sammlungen haben darüber hinaus noch eine weitere Funktion und Bedeutung: Sie sind wie erwähnt Ergebnis der Reisetätigkeit vieler Wissenschaftler und ermöglichen den Blick auf die Art von Sammlung und die „Erfassung der Welt“ wie sie im 18. und 19. Jahrhundert üblich war (und bis heute anhält).
Diese Sammlungspraxis ist nicht nur für den BGBM zentral, sondern gilt auch für vergleichbare Einrichtungen. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es daher, sammlungsbasierte Institutionen Berlins in einen Verbund zu integrieren, der auf die vergleichende wissenschaftshistorische Untersuchung der Institutionen abzielt und sich als Netzwerk mit engem Austausch versteht. Gemeinsame Forschungsvorhaben sollen hier ebenso Raum haben, wie die Integration einzelner Projekte in den Rahmen des Verbundes. Dabei ist ein besseres Verständnis des Selbstverständnisses des Sammelns als Teil des Forschungs- und Erkenntnisprozesses ein erklärtes Ziel. Dies gilt historisch wie aktuell. Neu ist auch, dass Fachwissenschaftler und Historiker zusammenarbeiten und damit unterschiedliche Positionen im Blick auf die Geschichte möglich machen. Im Anschluss an einen Auftaktworkshop sollen bei regelmäßigen Treffen Forschungsergebnisse besprochen und komplementäre Themen identifiziert werden. Im Ergebnis ermöglicht das auch eine Geschichte von Institutionenübergreifenden Netzwerken, die bis heute zahlreiche Gemeinsamkeiten (Blick auf die Geschichte der Wissenschaftslandschaft Berlins, Erfassen von Strukturen, gemeinsame Drittmitteleinwerbung u.ä.) beinhaltet.
 
Daten: 19.11. - 20.11. 2015 (12h-12h); genaues Programm ab Mitte Oktober,
öffentlicher Festvortrag am 19.11.2015 um 19 h mit anschließendem Empfang
 
Teilnehmer: Auftaktworkshop mit geladenem Teilnehmerkreis. Im Anschluss regelmäßige Arbeitstreffen, offen für Interessierte.
 
Ansprechpartnerin:
Dr. Patricia Rahemipour 
Tel. +49 30 838-75604 
E-Mail p.rahemipour@bgbm.org 
 
Beteiligte Institutionen
  • Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
  • Stiftung Preußischer Kulturbesitz 
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften 
  • Universitätssammlungen in Deutschland, Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Museum für Naturkunde Berlin 
  • Staatsbibliothek zu Berlin, Kartenabteilung 
  • Institut für Museumsforschung, Staatliche Museen zu Berlin 
  • Ibero-Amerikanisches Institut Preußischer Kulturbesitz 
  • Julius-Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen 
  • Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin 
  • Deutsches Historisches Museum
Veranstaltungstyp