Botanisches Museum - Galerieausstellung

Scientia amabilis


Aquarelle von Irene Barkmann und Farbstiftzeichnungen von Verena Redmann

Galerieausstellung, 10. März bis 5. Juni 2011

„Scientia amabilis“ heißt die Ausstellung von Irene
Barkmann und Verena Redmann, die der langen Tradition der
botanischen Kunst verbunden sind. Die Künstlerinnen arbeiten in
unterschiedlichen Techniken und interessieren sich für
unterschiedliche pflanzliche Motive. Beide sind inspiriert durch
Künstler wie Albrecht Dürer, Georg Dionysius Ehret oder Maria
Sibylla Merian.
 
Sie präsentieren Bilder, in denen detaillierte Beobachtung,
wissenschaftliche Genauigkeit und hohe künstlerische Qualität
die Schönheit der Pflanzen, ihrer Blüten und Früchte zur Geltung
bringen. Kenntnisse in Botanik, die Carl von Linné „Scientia
amabilis“ oder „liebenswerte Wissenschaft“ nannte, sind hierfür
Voraussetzung. Da zeigt diese Ausstellung die Vielseitigkeit
botanischer Kunst.
   
Irene Barkmann
absolvierte eine vierjährige Ausbildung in der
Porzellanmanufaktur Meißen, in der sie zweimal als bester
Lehrling ausgezeichnet wurde und anschließend im reichen
Blumendekor tätig war.
1990 wechselte sie nach Berlin an die Königliche
Porzellanmanufaktur mit dem Hauptthema der Feldblumenmalerei und
reiche Blumen. Seit 2002 arbeitet sie als selbstständige Malerin
in der Aquarell- und Porzellanmalerei.
Als Motive für ihre Aquarelle bevorzugt sie Blumen, aber auch
Früchte und Gemüse als Stillleben werden thematisiert. Alle
Arbeiten entstehen als Naturstudium anhand lebender Modelle. Die
Arten- und Formenvielfalt z.B. von Kamelien findet sie in der
„Sächsischen (Seidelschen) Kameliensammlung“ in Zuschendorf.
Sie beginnt Ihre Aquarelle mit der Nass- in Nasstechnik und
trägt danach eine Vielzahl von Lasuren auf. Jede Lasur verstärkt
die Kontraste. Das Licht entsteht mehr und mehr durch dunkle
Bereiche im Schatten. Weiche Übergänge erreicht sie durch
sogenanntes „Verziehen“ mit wenig Wasser im Pinsel.
Ihre Arbeiten wurden bei internationalen Wettbewerben mit einer
Gold- und zwei Silbermedaillen der Royal Horticultural Society
für „Botanische Kunst“ ausgezeichnet.

 

   
Verena Redmann
wurde durch die Sammlung Dr. Shirley Sherwoods, die seit 2008 in
den Royal Botanic Gardens in Kew bei London zu sehen ist, auf
zeitgenössische botanische Kunst aufmerksam. Durch ihre frühere
Tätigkeit als Bautechnikerin gewohnt, in klaren
Konstruktionsprinzipien zu denken, interessieren sie diese
Prinzipien beim Aufbau und Wachstum der Pflanzen. Sie bildete
ihre künstlerischen Techniken weiter an der Universität Münster
und durch Privatstudien bei Professor Jochen Stücke aus Münster.
Bevorzugt zeichnet sie Gemüse und Früchte, die sie u. a. im
Biologischen Zentrum in Lüdinghausen findet, im eigenen Garten
aussät und während des Wachstumszyklus bis hin zur Samenbildung
und Verwelken genau beobachtet, skizziert und anschließend
zeichnet.
Bei ihren Farbstiftzeichnungen legt sie die Farben in vielen
hauchzarten Schichten übereinander. Durch dieses Mischen auf dem
Papier erhalten die Früchte sehr lebendige Farben und die nötige
Tiefenschärfe.
Seit 2003 ist sie Mitglied der American Society of Botanical
Artists mit Beteiligungen an internationalen Ausstellungen in
den USA u.a. bei der Horticultural Society of New York, ASBA
Conference Exhibition, Huntington Library, Art Collections and
Botanical Gardens, San Marino und in der Ironwood Gallery des
Arizona-Sonora Desert Museum Art Instituts, Tucson.