Natur. Nach Humboldt: “You Will Go Away One Day But I Will Not” // 360°–Sound-Installation im Großen Tropenhaus // VERLÄNGERT

Präsentiert im Rahmen des CTM Festival for Adventurous Music & Art / VERLÄNGERT BIS 16. FEBRUAR 2020
Friday, 24. January 2020 to Sunday, 16. February 2020

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin, das CTM-Festival for Adventurous Music and Art, Deutschlandfunk Kultur und Die Junge Akademie laden unter dem Titel „Natur. Nach Humboldt“ ein: Vom 24. Januar bis zum 16. Februar 2020 können Besucher*innen im Großen Tropenhaus täglich eine 360°-Sound-Installation erleben. Höhepunkt bildet eine „Art meets Science“-Matinee am 2. Februar in den Gewächshäusern des Berliner Botanischen Gartens (11-14 Uhr).

Täglich bis 16. Februar 2020, Mo-Do 14-19 Uhr und Fr-So 11-19 Uhr

English Information

VERLÄNGERT BIS 16.2.2020 WEGEN DES GROSSEN ERFOLGES!

Mit seinem „Naturgemälde der Anden“ schuf Alexander von Humboldt 1807 einen programmatischen Entwurf für die spätere Pflanzengeographie. Diese Ikone der Wissenschaftsgeschichte vereint Naturerkenntnis und Naturerleben. Mehr als 200 Jahre später stellt das Kooperationsprojekt „Natur. Nach Humboldt“ die Frage, ob ein solcher Zugang zu Natur – ebenso wissenschaftlich wie ästhetisch – heute überhaupt noch möglich ist? Und, wenn ja: Wie würde er aussehen?

“You Will Go Away One Day But I Will Not” – 360°-Sound-Installation im Großen Tropenhaus

Eine Antwort geben die beiden Künstlerinnen Lucrecia Dalt (Kolumbien) und Maria Thereza Alves (Brasilien): Sie setzen sich in einer Klanginstallation mit der Pflanzenwelt des Botanischen Gartens auseinander. In ihrem Werk “You Will Go Away One Day But I Will Not” thematisieren sie die Reisen von Pflanzen und Menschen, Pflanzennamen und ihre Herkunft und ihren eigenen ästhetischen Zugang zu Natur. Ab dem 24. Januar 2020 können Besucher*innen bis 16. Februar 2020 die von den Tropen inspirierte 360°-Sound-Installation im Großen Tropenhaus entdecken. Das Publikum ist eingeladen mit kostenfrei ausleihbaren Kopfhörern entlang von Palmen, Farnen und Lianen zu spazieren und Geräuschen, Naturklängen, Stimmen und Gesängen der Soundkomposition lauschen, die zum Teil in Kooperation mit einer Gruppe der Guarani (Jaguapiru Reservation in Dourados, Mato Grosso do Sul, Brasilien) entstanden. Die Bewegung erzeugt individuelle Klänge und schafft ein faszinierend räumliches “Hörgemälde“. Partner der technischen Umsetzung ist der Berliner Sound-Pionier usomo (unique sonic moments). Deutschlandfunk Kultur sendet am 6. März 2020 um 0.05 Uhr eine Radiofassung der Klanginstallation.
Ausleihstation Kopfhörer/Sound-Units im Foyer Victoriahaus (kostenfrei)
24. Januar bis 16. Februar 2020, täglich Mo-Do 14-19 Uhr und Fr-So 11-19 Uhr
Keine Anmeldung oder Reservierung.

„Art meets Science“ – Matinee in den Gewächshäusern

Höhepunkt des Projekts „Natur. Nach Humboldt“ ist eine Matinee in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens: Künstler*innen und Wissenschaftler*innen entwerfen in kurzen Gesprächen oder Performances Perspektiven auf ihren eigenen Zugang zur Natur. Eine abschließende Podiumsdiskussion fragt nach dem Wandel von Naturerkenntnis und Naturerleben seit Humboldt.

Matinee mit:
René Aguigah (Deutschlandfunk), Miriam Akkermann (Klangkünstlerin und Musikwissenschaftlerin, Technische Universität Dresden, Mitglied der Jungen Akademie), Maria Thereza Alves (Installationskünstlerin, Berlin), Gilles Aubry (Künstler, Schweiz), Marcus Becker (Kunsthistoriker, Humboldt-Universität zu Berlin), Michael Bies (Literaturwissenschaftler, Freie Universität Berlin, Mitglied der Jungen Akademie), Friedhelm von Blanckenburg (Geologe, Freie Universität Berlin, Akademiemitglied Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften), Karine Bonneval (Künstlerin, Paris), Thomas Borsch (Direktor Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin), Marcus Gammel (Deutschlandfunk), Kathrin Grotz (Ausstellungsleiterin Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin), Rona Kobel (Künstlerin, Berlin), Nils Köster (Kustos Gewächshäuser, Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin), Robert Kretschmer (Mitglied Die Junge Akademie), Hans Walter Lack (Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin), Gerald Parolly (Kustos Freiland, Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin), Kirsten Reese (Klangkünstlerin, Universität der Künste Berlin), Scentient Society (Künstlerkollektiv), Dörte Schmidt (Musikwissenschaftlerin, Universität der Künste Berlin, Akademiemitglied BBAW), dem Duo Island Songs u.a.

2. Februar 2020 von 11 bis 14 Uhr
Keine Anmeldung oder Reservierung. Bei einem zu großen Publikumsandrang können die Gewächshäuser zeitweise zugangsbeschränkt werden.

MATINEE-PROGRAMM:

Wissenschaftler*innen und Künstler*innen präsentieren ihre Zugänge zu Natur. Nach Humboldt – in Gesprächen, mit Kunst oder Musik:

Victoriahaus Filmraum im Untergeschoss

Recording the moment. Sonic pluralism – sound, body, and nature after colonialism (in English)
11 a.m. and 12 p.m.
Miriam Akkermann (Sound Artist and Musicologist, Technische Universität Dresden, Member Junge Akademie) & Gilles Aubry (Artist)
With field recordings, it is possible to collect and document the aurality of material, bodies, cultures, landscapes, etc. Listening to these recordings always includes? a new perspective, setting or context chosen by the presenter. How does this change the way we perceive sounds, what we expect from sounds or how we understand what we hear? And how does this influence the way we work with recordings?

Modell und Natur
11:30 und 12:30
Thomas Borsch (Direktor Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin) & Kathrin Grotz (Ausstellungsleiterin Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin)
Ob zerlegbare Blüte oder vergrößerter Zellenquerschnitt – die meisten von uns kennen botanische Modelle als Unterrichts- oder Ausstellungsobjekte. Modelle spielen aber auch eine zentrale Rolle bei der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir betrachten die Erforschung der Natur – historisch und aktuell –  und die Rolle von Modellen bei den Forschungsansätzen.

Victoriahaus:  Foyer im Obergeschoss

Natur abbilden – Humboldt als Zeichner
11:00 und 12:00
Walter Lack (ehem. Abteilungsleiter Wissenskommunikation Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin)
Mehr als 6000 Pflanzennummern sammelten Alexander von Humboldt und sein Reisegefährte Aimé Bonpland während ihrer Amerikareise von 1799 bis 1804 - viele davon damals der Botanik noch völlig unbekannt. Ihre naturgetreue Darstellung vertraute Humboldt den besten Zeichnern und Kupferstechern seiner Zeit in Paris an. Humboldt-Experte H. Walter Lack gibt Einblicke in Humboldts akribische Analyse der grünen Mannigfaltigkeit des tropischen Amerika.

Natural Scentscapes. An Olfactory Exploration in the footsteps of Alexander von Humboldt (in English)
11:30 a.m. and  12:30 p.m.
Robert Kretschmer (Chemist, Universität Jena, Member Junge Akademie) & Scentient Society
The Scentient Society invites you on an olfactory journey into Humboldt's natural world. The journey is moderated and commented by the chemist Robert Kretschmer.

Tropisches Nutzpflanzenhaus

„You will go away one day but I will not“ – Talk   (in English)
11:00 a.m. and 12:00 p.m.
Maria Thereza Alves (Artist), Nils Köster (Curator Plant Collection Greenhouses Botanic Garden & Botanical Museum Berlin) & Massimo Maio (Deutschlandfunk Kultur, Facilitator)
A talk about plants, art and the installation in the Main Tropical Greenhouse.

PlantiSonics. Wie klingt Pflanzenzüchtung und warum?
11:30 und 12:30
Katrin Hunze, Alberto de Campo  (Klangkünstler*innen, Universität der Künste Berlin), Henrike Perner (ehem. MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie) & Julia Diekämper (Museum für Naturkunde, Moderation)
Pflanzenforschung wird meist mit den Augen betrieben: Merkmale bestimmen, zeichnen, fotografieren, Schaubilder erstellen. Viele Aspekte der Botanik lassen sich aber besser über Klänge darstellen – das gilt besonders für Zeitabläufe. Für Deutschlandfunk Kultur, pflanzenforschung.de und das Museum für Naturkunde hat ein Team von Forscherinnen und Wissenschaftlern verschiedene Aspekte der Pflanzenzüchtung hörbar gemacht.

Kakteenhaus

Die Schönen und das Biest – ein Gespräch über Pflanzen, Namen und Porzellan
11:00 und 12:00
mit Michael Bies (Germanist, Freie Universität  Berlin, Mitglied der Jungen Akademie) & Rona Kobel (Porzellankünstlerin)
In ihren Porzellanarbeiten befasst die Berliner Künstlerin Rona Kobel sich mit Pflanzen und den Geschichten, die Pflanzennamen erzählen. Im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Michael Bies sollen der Zwiespalt zwischen schönen Blumen und ihren oft noch von Rassismus und Kolonialismus geprägten Alltagsnamen wie auch die Potenziale der künstlerischen Auseinandersetzung mit ihnen ausgelotet werden.

Listen to the soil (in English)
11:30 a.m. and 12:30 p.m.
Karine Bonneval (Artist) & Matthias Rillig  (Plant Ecologist, Freie Universität Berlin)
If we listen to the soil, what sounds does it make? We walk on a complete universe, a complex mixture of living beings, nutrients and minerals in constant interaction. Artist Karine Bonneval and plant ecologist Matthias Rillig started collaborating in 2016 - exploring the acoustic information carried by the soil. By making its voice heard, they open up new vistas of the world around us.

Farnhaus

Treffpunkt Kinderprogramm: Ich höre was du nicht riechst.
Blätter wie Flügel, Wurzeln wie Flöten, Blütenblätter wie Honig (für Kinder von 6 – 12 Jahren)
mit Marcela Moraga (Jugend im Museum)
11:00 und 12:00

Man kann nie wissen. Grenzen der Naturbetrachtung in Wissenschaft und Kunst
11:30 a.m. in English und 12:30 auf Deutsch
Friedhelm von Blanckenburg (Geologe, GeoForschungsZentrum Potsdam, Akademiemitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften), Nicolas Perret, Silvia Ploner (Island Songs) & Marcus Gammel (Deutschlandfunk Kultur, Moderation)
Wissen ist relativ. Ein paar tausend Kilometer weiter oder 100 Jahre früher oder später sieht die Wahrheit oft erstaunlich anders aus. Wie gehen wir mit den Grenzen unseres Wissens um? Wo endet die exakte Forschung, wo beginnen Fiktion, Kunst und Mythologie? Ein Spaziergang durch die Grauzone mit Klangbeispielen des Duo Island Songs.

Mittelmeerhaus

Blühende Naturgemälde
11:00 und 12:00
Marcus Becker (Kunsthistoriker, Humboldt-Universität Berlin), Gerald Parolly (Kustos Freiland, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin) & Friederike Krippner (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Moderation)
Mit seinem „Naturgemälde der Anden“ legt Humboldt 1807 den programmatischen Entwurf für die spätere pflanzengeographische Disziplin vor. Knapp 100 Jahre später entwirft A. Engler den Botanischen Garten als modellhafte „Welt in einem Garten“ – ein blühendes „Naturgemälde“. Gerald Parolly und Marcus Becker sprechen über Naturauffassungen nach Humboldt und ihre begehbaren „Abbilder“, die wissenschaftlichen und kulturhistorischen Gärten in Europa.

Insektenstimmen und digitale Klangsysteme 
11:30 und 12:30
Kirsten Reese (Klangkünstlerin, Universität der Künste Berlin) & Dörte Schmidt (Musikwissenschaftlerin, Universität der Künste Berlin, Akademiemitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften)
Creatures and Signals heißt eine Komposition und Performance von Kirsten Reese, die Insektenklänge aus dem Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin mit Klängen des Fairlight CMI (Computer Musical Instrument), eines der ersten digitalen Synthesizer und Sampler, miteinander in Dialog bringt. Auszüge aus dieser Komposition werden vorgeführt und werden zum Ausgangspunkt, um im Gespräch über Gemeinsamkeiten zwischen Klängen entomologischer Lebensformen und elektronischen Klangsystemen nachzudenken.

Victoriahaus:  Foyer im Obergeschoss
Natur. Nach Humboldt – Podiumsdiskussion mit ...
13:15-14:00

  • Maria Thereza Alves (Artist)
  • Michael Bies, Germanist, Freie Universität Berlin, Mitglied der Jungen Akademie
  • Thomas Borsch, Direktor Botanischer Garten & Botanisches Museum Berlin
  • Friederike Krippner, Wissenschaftliche Koordinatorin Jahresthema 2019I20 „Naturgemälde“, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  • Moderation: René Aguigah, Deutschlandfunk Kultur

 

Ein Kooperationsprojekt von:

Partner für die räumliche Audioproduktion ist:

usomo | unique sonic moments

 

              Logo Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin         

 

         

Eintrittspreis(e) 

Normaler Garteneintritt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Ab 17 Uhr 3 Euro.

Keine Anmeldung oder Reservierung.

Ausleihstation Kopfhörer/Sound-Units im Foyer Victoriahaus (kostenfrei)

Veranstaltungstyp