Herbarium 'Hortus Siccus'

Unsere Gärten und Gewächshäuser enthalten viele verschiedene Pflanzenarten. Aber es gibt viel mehr Arten im Museumsgebäude. Dort werden sie nicht kultiviert, sondern in konserviertem Zustand aufgehoben, meist getrocknet. Unsere Sammlung getrockneter Pflanzen wird Herbarium genannt. Bildhaft wird es auch als "Hortus Siccus", d.h. "trockener Garten" bezeichnet. In ihm findet man einen großen Reichtum an verschiedenen Pflanzen aus aller Herren Länder, und es ist ein faszinierender Ort, obwohl die Farbenpracht der lebenden Pflanzen nicht mehr vorhanden ist. Das Herbarium wird für die Forschung genutzt, und es trägt dazu bei, die Unterschiede zwischen den Pflanzenarten, und ihre Verbreitung festzustellen. Es ist nur für wissenschaftliche Forschung zugänglich, und deshalb führt der Kleine Rundgang Sie durch einen Virtuellen Hortus Siccus, wo einige Objekte aus dem Herbarium gezeigt werden.

Das obere Bild zeigt Ihnen eine stark vergrößerte Flechte mit dem wissenschaftlichen Namen Phaeographina montagnei. Sie trägt keine Blüten sondern vermehrt sich durch Sporen. Diese werden in den rötlichen, länglichen Teilen gebildet. Sie sind kennzeichnend für diese Flechtenart.

Das Objekt rechts ist noch stärker vergrößert. Sein Durchmesser beträgt nur 0,04 mm. Es ist die Schale einer Algenzelle. Der wissenschaftliche Name dieser Pflanze lautet Cyclostephanus muelleri und sie gehört zu den Kieselalgen oder Diatomeen. Ihre Heimat ist der Malawi-See in Afrika. Das Bild wurde mit einem Rasterelektronen-Mikroskop aufgenommen, deshalb hat es keine Farben und ist in Schwarz-weiß.

 

Pflanzen normaler Größe werden zum Aufbewahren gepreßt und getrocknet. Anschließend werden sie auf einen Papierbogen geklebt. Das Bild zeigt eine Kannenpflanze (Nepenthes maxima), die von unseren Botanikern in den Bergen von Neuguinea gefunden wurde.

Manche Wasserpflanzen, Früchte oder Blüten werden durch Pressen und Trocknen zu sehr verformt, und deshalb in Alkohol aufbewahrt. Der "Hortus Siccus" ist also nicht völlig trocken! Die Gläser auf dem Bild unten wurden vor 100 Jahren mit Schweinehaut verschlossen. Sie enthalten Algen aus Ostafrika, aus der Zeit als es dort eine deutsche Kolonie gab.


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